Referat für queer_Feminismus
Referent: Elo (er/ihm)
Diskriminierende Belästigungen und sexistische Übergriffe an der Uni
Wie sieht die Beratung aus?
Wir bieten als Referent*innen für queer_Feminismus eine parteiliche Beratung aus queer_feministischer, studentischer Perspektive an. Für die Beratung bzw. zur Terminvereinbarung erreichst Du uns:
persönlich: während unserer Sprechzeit im RefRat / nach Vereinbarung
telefonisch: während unserer Sprechzeit unter (030) 2093-46662 / nach Vereinbarung
per E-Mail: queer_fem@refrat.hu-berlin.de
Die Beratung findet in den Räumen des RefRats oder einem anderen für Dich geschützten Raum statt, den wir für das Gespräch bei Bedarf organisieren. Wir beraten dabei nach den Konzepten Parteilichkeit (sprich, wir stehen auf der Seite der Betroffenen) und der Definitionsmacht (sprich, du definierst, was du als übergriffig empfindest).
Was kann man in der konkreten Situation tun?
Folgende Tipps und Möglichkeiten sollen empowernd (bestärkend, unterstützend) wirken und möglichst Viele auf eventuelle übergriffige Situation vorbereiten und dafür sorgen, dass Ihr Euch wehren könnt. Übergriffige, Grenzen verletzende Situationen können traumatisch sein. Dementsprechend kann es passieren, dass Ihr nicht immer für Euch passend sorgen könnt. Diese Info ist ein Versuch, diese gewaltvollen Strukturen aufzubrechen und dem etwas entgegen zu setzten.
Reagiere sofort, zögere nicht!
Mache klare Ansagen: „Gehen Sie weg!" "Hör auf!“
Lass Dich nicht auf Diskussionen ein!
Mache, wenn es Dir möglich ist, Lärm!
Sprich andere in der Nähe und/oder Vorbeikommende an und bitte um Hilfe!
Ist niemand in der Nähe und Du hast ein Handy dabei: Rufe jemanden an!
Auch wenn Du nicht sicher weißt, ob Du die Informationen weitergeben möchtest, schreibe den Vorfall möglichst noch am gleichen Tag genau auf!
Wende dich an eine Beratungsstelle oder nimm ein Hilfsangebot, sobald Du dafür bereit bist, wahr.
Als diskriminierende Belästigung bzw. sexistischer Übergriff gilt jede Handlung und jede Äußerung, die Deine persönlichen Grenzen verletzt!
Alle Personen an der Uni mit Leitungs- und Aufsichtsfunktion sind verpflichtet, jeglicher Form von diskriminierenden bzw. sexualisierten Übergriffen entgegenzuwirken, Hinweisen ohne Ausnahme nachzugehen und bei Vorliegen eines Verdachtes geeignete Maßnahmen zu ergreifen bzw. die zuständigen Stellen zu informieren.
An wen kann man sich wenden?
Als Ansprechpersonen stehen wir als queer_Feminismus Referat euch gemeinsam mit der Antidiskriminierungsberatung und der Trans*beratung zur Verfügung. Allerdings gibt es noch weitere Stellen, die ihr (auch gemeinsam mit uns) über den Vorfall unterrichten könnt. Das sind etwa:
die Leitung Deines Instituts bzw. Verantwortliche am Ort des Übergriffs
die Leitung der Abteilung für Personal und Personalentwicklung der Uni (wenn es sich bei den Beschuldigten um Lehrende oder Mitarbeitende handelt)
die Leitung der Abteilung Angelegenheiten der Studierenden (wenn es sich bei den Beschuldigten um Studierende handelt)
deine Vorgesetzten (wenn sich der Vorfall an Deinem Uni-Arbeitsplatz ereignet hat
Zudem gibt es weitere Beratungsstellen außerhalb der Uni, die auf verschiedene Diskriminierungsformen spezialisiert sind. Eine gute Übersicht findest du zum Beispiel bei der Landesbeauftragten für Antidiskriminierung.
Zuständigkeiten
Genderistische Strukturen sind auch im Unialltag permanente Realität und reproduzieren kontinuierlich patriarchale, hetero_cis_sexistische, gewaltvolle Diskriminierungsverhältnisse für viele.
Unser Referat setzt sich mit diesen Unterdrückungsverhältnissen auseinander, versucht diese zu benennen und zu verändern und von Diskriminierung betroffene Menschen zu unterstützen. Mit Informationen, Artikeln und Veranstaltungen erhöhen wir die Sichtbarkeit queer_feministischer Kritik und Positionen. Wir wollen Raum schaffen für kritische Diskussionen und persönlichen Austausch.
Queer_feministischen Gruppen und Initiativen bieten wir strukturelle und finanzielle Unterstützung an. Schreibt uns einfach eine Mail, ruft uns an oder kommt in unserer Sprechstunde vorbei.
Infos zu unserer Arbeit findet ihr auf dieser Seite, aber auch auf Twitter und Instagram unter @queer_fem.
Wir freuen uns außerdem immer über eure Ideen, Anregungen und Wünsche!
Die Widersprüche und Grenzen queer_feministischer Politik wird auch unsere Arbeit nicht auflösen können, aber sie kann Teil der Störung von Machtverhältnissen sein.
Namensänderung an der HU + How To
Seit April 2022 ist an der HU die Änderung des eigenen Namens möglich - ein wichtiger Schritt zur Inklusion von trans*, inter* und nicht-binären Personen (TIN*) an der Universität. Allerdings kann der Name nur in uniinternen Systemen geändert werden, also Moodle, Agnes, Zoom etc. Die Namensänderung auf Agnes umfasst aber alles was mit Prüfungen zu tun hat nicht. Das beinhaltet bisher meist auch die Anmeldung zur Teilnahme an Kursen.
Mit dem dgti-Ergänzungsausweis kann die Namensänderung über das Kontaktformular von Kompass beantragt werden (https://www.hu-berlin.de/studium/service/compass-hotline). Für die Änderung braucht ihr (unnötigerweise) einen DGTI Ergänzungsausweis. Der kostet leider 20€ und ihr könnt den hier beantragen (https://dgti.org/2021/09/05/der-ergaenzungsausweis-der-dgti-e-v/).
Die Bearbeitungszeit liegt bei mehreren Wochen bis zu Monaten. Wenn ihr dafür nicht das nötige Geld habt, dann gibt es die Möglichkeit vom RefRat Unterstützung zu bekommen. Schreibt am besten eine E-Mail an die Adresse der transberatung oder das Referat für Queer-Feminismus. Wenn ihr den DGTI-Ausweis habt, dann könnt ihr diesen über das Online-Formular der HU hochladen. Das Formular zur Namensänderung findet ihr hier (https://www.hu-berlin.de/de/studium/compass/formular). Bei „Thema Ihrer Anfrage“ müsst ihr den Eintrag „Änderung Vorname, Nachname, Nationalität“ auswählen.
Nachdem das Immatrikulationsbüro eure (teilweise) Änderung bearbeitet und genehmigt hat, müsst ihr euch leider noch selbstständig beim CMS melden und nach einer Änderung eurer Mailadresse, des Bibliothek-Accounts und etwaiger weiterer HU-Dienste fragen. In der Regel erhalten Studierende dann eine neue E-Mail-Adresse, wobei die alte nach 3 Monaten abgeschaltet wird. Wenn ihr euren Namen während eines laufenden Semesters auf dem ÖPNV Ticket ändern wollt müsst ihr euch mit dem Kundensupport der S-Bahn in Verbindung setzen (studisupport@sbahn.berlin).
Nach der Eintragung wird ein QR-Code übersandt, mit welchem es Studierenden möglich ist, einen neuen Ausweis auf den gelebten Namen erstellen zu lassen. Weitere Informationen sind unter dieser Website zu finden: https://www.hu-berlin.de/de/studium/bewerbung/imma/adress-und-namensaenderungen/aktualisierung-der-adress-und-namensangaben
Studien- und Immatrikulationsbescheinigungen können nun auf den gelebten sowie auf den Deadname ausgedruckt werden.
Betroffene Studierende können auch einfach dem CMS eine Mail schreiben und darum bitten, dass der Name in der HU-Mailadresse, beim Zoom-Profil und beim BigBlueButton-Profil geändert wird. Bei Moodle kann der Namen einfach über die Profileinstellungen selbst geändert werden. Dafür braucht es dann auch keinen dgti-Ergänzungsausweis. Die Mailadresse vom CMS ist cms-benutzerberatung@hu-berlin.de.
Eine Anleitung und Informationen zur aktuellen Namensänderung (Stand März 2026) findet ihr auch auf der Website unserer Transberatung: https://refrat.de/beratung.trans.html
Es wurden noch keine abschließenden Regelungen für die Zeugnisse getroffen. Die Änderung der Campus-Karten auf den gelebten Namen stellt dabei einen wichtigen Fortschritt dar, der in Zusammenarbeit von vielen studentischen Aktivist*innen, Studierendenvertretung, Beratungsstellungen sowie der GFF erkämpft wurde, schafft aber natürlich nicht alle Probleme von TIN*-Personen aus der Welt. Wir fordern deshalb weiterhin mehr Selbstbestimmung!
All-Gender-Toiletten auf dem Uni-Campus
Bisher gibt es leider noch kein flächendeckendes Angebot an All-Gender-Toiletten an der HU. Die binäre Trennung der Toiletten schafft einen unsicherer Raum für alle Menschen, die nicht (immer) als das Geschlecht gelesen werden, dem sie sich zugehörig fühlen oder sich weder dem einen noch dem anderen zuordnen. Das heißt, dass insbesondere TINA*(trans*, inter, nicht-binär, agender)-Personen sich bei einer so alltäglichen Sache wie auf Toilette zu gehen, in falsche Kategorien einordnen müssen, ihr Geschlecht von Anderen infrage gestellt wird, und sie Anfeindungen, gar körperliche Übergriffe erleben. Das wollen wir ändern!
Die zentrale Einrichtung von All-Gender-Toiletten stellt sich leider als recht kompliziert und langwierig heraus. Daher seid ihr gefragt: Ergreift die Initiative, um dezentral an euren jeweiligen Instituten All-Gender-Toiletten einzurichten – das kann z.B. über den Institutsrat laufen. Dafür gibt es auch schon existierende Modelle, die funktionieren. Für die Einrichtung von All-Gender-Toiletten über den Institutsrat gibt es auch einen Leitfaden.
Schreibt dafür eine Mail an uns: queer_fem[at]refrat.hu-berlin.de. Wir unterstützt auch gerne darüber hinaus bei der Antragstellung und Umsetzung.
Hier findet ihr bereits bestehende All-Gender-Toiletten:
Institut für Rehabilitationswissenschaften, Ziegelstraße 4, 3. Stock
Referent*innenRat, Ziegelstraße 4, 1. Stock (in den Räumlichkeiten des RefRats, nutzbar während der Bürozeiten)
Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien, Georgenstraße 47, 1. Stock
Institut für Sozialwissenschaften, Universitätsstraße 3B, Erdgeschoss (eine All-Gender-Toilette, eine FLINTA*-Toilette)
Johann-von-Neumann Haus, Rudower Chaussee 25, in dem Flur (also auch bei den Räumen) der Mathematik Fachschaft neben der Küche (Raum 3.005)
Grimm Zentrum im 7. OG ? im obersten Stockwerk, mit Wickeltisch
Institut für Skandinavistik, Dorotheenstraße 24 (linker Teil des Gebäudes, Hausteil 3), 1. OG, Raum 3.113
Institut für Slawistik und Hungarologie, Boeckh-Haus, Dorotheenstr 65, 5. OG
Institutsgebäude EuroEthno, Anton-Wilhelm-Amo (bis dato leider noch M*) - Straße 40/41, sind alle Toiletten des Instituts All-Gender, also konkret 4 Stück, im EG, 1. Stock, 2. Stock und 3 Stock
Theologischen Fakultät, Burgstraße 26: zwei All-Gender-Toiletten
Abteilung Deaf Studies, Ziegelstr. 4: genderneutrale Toiletten im 2. Stock
Institut für Kulturwissenschaften, Georgenstraße 47, 4. Stock: All-Gender-Toilette (4.10) und FLINTA*-Toilette (4.45)
Intitut für Physik, Newtonstraße 15 (Lise-Meitner-Haus), 2. und 3. OG (Räume 2.317 und 3.317)
Geographisches Intitut, Altbau, 1. OG sowie Neubau, 3. OG (beide auch barrierefrei zugänglich)
Institut für Rehabilitationswissenschaften, Georgenstraße 36, 1. OG, Raum 119 (Flur neben dem Eingang)
Institut für Erziehungswissenschaften, Schönhauser Allee 10, rechter Aufgang, 2. OG hinter dem Fahrstuhl (Flur Sachunterricht und seine Didaktik): 2 All-gender-Toiletten
Institut für Geschichtswissenschaften, Friedrichstraße 191, 4. Stock (Räume 4007, 4010) und 5. Stock (Räume 5093, 5096) jeweils eine All-gender- und eine FLINTA*-Toilette
Zweigbibliothek Theologie, Anna-Louisa-Karsch-Straße 1, Erdgeschoss
Robert K. Merton Zentrum für Wissenschaftsforschung (RMZ), Schönhauser Allee 10/11, eine All-Gender- und eine FLINTA*-Toilette
Institut für Agrar- und Gartenbauwissenschaften, Albrecht-Thaer-Weg 5, 2. Stock, eine All-gender-Toilette (so genutzt, nicht so gelabelt)
Café Flora, Philippstraße 13, Haus 19, Erdgeschoss, barrierearm
SBZ Motorenprüfstand (MoPs), Newtonstraße 16, eine All-gender-Toilette, nur über eine Stufe zu erreichen
Wenn ihr noch weitere All-Gender-Toiletten an der HU kennt oder die oben stehenden Angaben falsch sind, schreibt bitte eine kurze Info per Mail ans uns, damit die Liste erweitert werden kann.
Toiletten für Alle! All-Gender-Klos an die Uni! Für eine #TINklusive Uni!
Antidiskriminierungsberatung
Es gibt eine Antidiskriminierungsberatung (adb) der Studierendenschaft.
Studentisch und solidarisch:
bei rassistischer Diskriminierung, Diskriminierung aufgrund von Religion, Sprache,
Geschlecht, Sexualität, als TIN* oder queere Person, wegen Behinderung,
Klassenzugehörigkeit, Alter oder auch Mehrfachdiskriminierung.
Alle Infos dazu unter: https://www.refrat.de/adb.html
Bei sexistischer oder trans*-/queerfeindlicher Belästigung und Übergriffen könnt ihr
auch in die Antidiskriminierungsberatung gehen oder in die Sprechstunde des Referat
für queer_Feminismus kommen.
Transberatung
In der studentischen Sozialberatung gibt es auch eine Transberatung!
Bei Trans*feindlichkeit an der Uni, Fragen zur Namensänderung, Infos zu Transition und queer-freundlichen (medizinischen) Anlaufstellen und vielem mehr wendet euch an die Transberatung.
Alle Infos dazu unter: https://www.refrat.de/beratung.trans.html
Kontakt: transberatung [at] refrat.hu-berlin.de
Instagram: https://www.instagram.com/transberatung/
Sportangebot für FLINTA*s
Kampfsportarten wie Muay Thai/Kickboxen oder Selbstverteidigungstrainings machen Spaß und sind mega empowernd. Leider sind solche Trainings oft eher unangenehm für FLINTA*s (Frauen, Lesben, inter*, nichtbinäre, trans*, agender Personen), weil cis-Männer sich mackrig oder diskriminierend verhalten und viel Raum einnehmen.
Als safer space davon gibt es Sportkurse, die FLINTA*-only oder nur für TIN*-Personen sind.
Wir verweisen auf das Programm des AStA FU: https://astafu.de/sport
